Wie verhält sich das Kunstlicht eigentlich in Verbindung mit dem Tageslicht, das an meinem Arbeitsplatz – weil ganz nah am Fenster – sehr präsent ist? Was meint denn die Wissenschaft zum gleichzeitigen Vorhandensein von natürlicher und künstlicher Beleuchtung?

Tageslicht am Arbeitsplatz ist wichtig und ja auch durch die Norm zwingend vorgesehen. Es wirkt entspannend, also senkt den Stresslevel (vorausgesetzt, dass das Fenster nicht blendet). Wenn Tageslicht ausreichend vorhanden ist, wirkt es auch aktivierend (Cortisol). Beim Übergang von Tageslicht und Kunstlicht gibt es nur dann Probleme, wenn die spektrale Verteilung sehr unterschiedlich ist: Tageslicht hat ein recht ausgewogenes Spektrum. Warmweiße LEDs z.B. haben viel Rot und wenig Blau im Licht. Unser Hirn schafft es, seine Wahrnehmung so anzupassen, dass auch im warmweißen Licht ein weißes Blatt Papier nach relativ kurzer Zeit wieder weiß aussieht. In Zwielicht-Situationen, wo Tageslicht-weißes Licht und warmweißes Licht gleichzeitig auf dieselben Gegenstände fallen, ist das anstrengend für das Hirn, weil es eine Konstanz herstellen will (-> weißes Blatt Papier), aber dazu ständig neue Farbabstimmungen machen muss. (Walter Witting beschreibt das schön in „Psychologische Grundlagen und physiologische Mechanismen der visuellen Wahrnehmung“).
Darum ist es angebracht, die Lichtfarbe des Kunstlichts ans Tageslicht anzupassen, wenn Tageslicht und Kunstlicht gemischt werden. Sobald das Tageslicht keinen merklichen Einfluss mehr im Innenraum hat (also zum Beginn der Dämmerung), sollte warmweißes Licht verwendet werden. Der Tageslicht-Verlauf in der planlicht-Steuerung besteht aus einer Kurve, die genau das abfängt und Zwielicht-Situationen zu verhindern sucht.
Genießen Sie so viel Tageslicht, wie Sie können! Wo es nicht genug ist, helfen dann unsere Leuchten nach.

Ihre Miriam Döhner